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Feuerwerk und Feinstaub

In den Medien und von diversen Umweltverbänden wird Feuerwerk gerne als Feinstaubschleuder dargestellt. In einer einzigen Nacht sollen 4.200 bis 5.000 Tonnen Feinstaub produziert werden. Dass diese Zahlen lediglich auf Schätzungen beruhen und bisher nie tatsächlich gemessen wurden, wird verschwiegen. Der Verband der pyrotechnischen Industrie (VPI) hat Mitte 2019 eine Studie zur Untersuchung der Feinstaub-Emissionen durch Feuerwerk in Auftrag gegeben. Im Rahmen dieser Studie wurden die Feinstaubemissionen der gängigsten Feuerwerkkörper (Raketen, Batterien, Böller, Fontänen, Vulkane usw.) unter realen Bedingungen gemessen. Das Messergebnis zeigt, dass die tatsächlichen Feinstaub-Emissionen signifikant geringer sind, als bisher behauptet. Das Ergebnis wird aktuell dem Umweltbundesamt präsentiert. 

Feinstaub, der durch Feuerwerk entsteht, hat außerdem eine ganz besondere physikalische Eigenschaft: Er ist stark wasseranziehend. Das führt dazu, dass sich die Feinstäube nach Entstehung sehr schnell mit der Luftfeuchtigkeit binden. Die Emissionen verschwinden durch diesen Effekt relativ schnell wieder aus der Luft – Hygroskopie nennt der Physiker diesen Effekt. Neben den physikalischen Eigenschaften unterscheidet sich der Pyro-Feinstaub noch in einer weiteren Eigenschaft von Feinstäuben aus z. B. dem Straßenverkehr (Abgase, Bremsstäube, Reifenabriebe): er besteht aus löslichen Salzen. Anders als beispielsweise bei den wasserabweisenden Feinstäuben aus dem Straßenverkehr, kann der menschliche Körper die Pyro-Emissionen dadurch sehr schnell wieder aus der Lunge entfernen.
Ganz klar, durch die Verbrennung der pyrotechnischen Sätze entsteht bei der Verwendung von Feuerwerk Feinstaub. Unbestritten entstehen Spitzenwerte in der Silvesternacht, die zu hohen Stundenwerten führen. Jedoch gibt es einen ganz wichtigen Unterschied: Durch die wasserlösliche Eigenschaft sinken diese hohen Stundenkonzentrationen sehr schnell wieder auf einen Normalwert zurück und in den allermeisten Städten werden die zulässigen Tagesgrenzwerte nicht ansatzweise überschritten. Die Emission durch Feuerwerk beschränkt sich außerdem lediglich auf ein paar Stunden im Jahr, wohingegen die Feinstaubbelastung durch beispielsweise Heizungen oder den Straßenverkehr viele Wochen oder gar Monate konstant bleibt.

 

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